Was für ein Abend! Das Keimzeit Akustik Quintett auf dem Pfingstberg

Am 24. Juni gab es eine Premiere: Zum ersten Mal war das Keimzeit Akustik Quintett bei den Havelländischen Musikfestspielen zu Gast. Die „kleine Schwester“ der bekannten deutschen Rockband ist wie geschaffen für unsere jährliche Sommerreihe von heiteren Open-Air-Konzerten. Stets versuchen wir unser Programm in die schönsten Orte des Havellands einzubetten und mit der Symbiose aus Künstler und Spielort ganz einzigartige Konzerterlebnisse zu schaffen. Und dies scheint bei diesem Konzert in jedem Fall gelungen!

Das Keimzeit Akustik Quintett vor traumhafter Kulisse

Ein traumhaftes Schloss mitten im Grün, ein zauberhaftes Konzertprogramm von melancholisch bis stimmungsvoll und ein Sommerwetter, wie gerufen an einem Konzertabend im Juni. Als Kulisse für das auserlesene Programm aus neuen Songs und alten Klassikern diente das imposante Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam.
Das beeindruckende Schloss, „Die Krone des Potsdamer Gartenreichs“, ist ein wunderbarer Ort für ein Konzert der Band um den Potsdamer Norbert Leisegang. Das Keimzeit Akustik Quintett besteht außerdem aus Gabriele Kienast an der Geige, Bruder Hartmut Leisegang am Bass, Martin Weigel an der Gitarre und Christian Schwechheimer am Schlagzeug. Damit überschneidet sich die Besetzung in drei Personen (Gesang, Gitarre und Bass) mit der Keimzeit-Rockband.


Keimzeit Akustik Quintett PfingstbergMit dem Fahhrad zum Konzert

Während die Band Keimzeit ihren Ursprung im idyllischen Örtchen Bad Belzig hat, lebt der Frontmann der Band seit vielen Jahren in Potsdam. Somit hatte er es auch nicht weit und konnte zu dem Konzert auf dem Pfingstberg mit dem Fahrrad anreisen. Diese locker leichte Unkompliziertheit zog sich durch den gesamten Konzertabend. Nach und nach durften wir unsere Gäste begrüßen, von denen sich einige vor dem Konzert noch eine kleine Besichtigung des Schlosses gönnten. Vom Turm des Belvedere, dem höchsten Punkt Potsdams, aus gibt es eine atemberaubende Aussicht zu erleben. Der eine oder andere genoss noch einen Wein oder ein kühles Bier an diesem herrlichen Sommerabend. Auch frischer Kaffee oder Erdbeerbowle waren im Angebot, bis sich das Publikum dann langsam auf den 500 Plätzen zwischen Schlosskulisse und Pomonatempel, von großen Hecken des englischen Landschaftsgartens umgeben, niederließ. Manch einer brachte seine Picknickdecke mit und machte es sich auf der Wiese gemütlich.

„Albertine, du bist so jung und doch so unfassbar von gestern.“

Mit dem Titelsong „Albertine“ des neuen Albums des Keimzeit Akustik Quintetts starteten die Künstler in den Abend. Als Inspiration zum neuen Album diente Marcel Prousts Romanzyklus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, aus der Norbert Leisegang die dreizehn neuen Songs im unverkennbaren Keimzeitstil schöpfte. Auch der zweite Song „Nervensäge“ vermittelte die einzigartige musikalische Sprache Norbert Leisegangs. Seine Songs gehen nicht immer sofort ins Ohr, erzählen dafür aber auch beim zweiten und dritten Hören immer wieder Neues. So kann die Musik Jahre überdauern, ohne schnell als nerviger Ohrwurm zu enden.


Panorama Keimzeit Akustik Quintett PfingstbergVerträumt melancholisch bis lebhaft ausgelassen

Mit „Picassos Tauben“, einem der herausragendsten Songs des Vorgängeralbums, erreichte die Stimmung den Höhepunkt der seichten Melancholie, wie sie Keimzeit schon immer zu eigen ist. Das grandiose Violinenspiel von Gabriele Kienast unterstützt die zarte Verträumtheit der Lieder meisterhaft und lässt das Publikum dahinschmelzen. Dass die bezaubernde Schwerinerin auch die schwungvollen Töne beherrscht, beweist sie im nächsten Song „Gerade noch jung“, in den Martin Weigel an der Gitarre zusätzlich eine gehörige Portion Countryflair einbringt. Neben den ruhigen träumerischen Tönen wurde es im Laufe des Abends immer wieder lebhaft und ausgelassen. Bei einem Konzert im Sommer darf auch eine Reggaenummer nicht fehlen („Münzen und Scheine“), woraufhin mit „Erzähl mir von dir“ der Startschuss für die bekannten Keimzeit-Klassiker gegeben wurde. Neben dem „Hofnarren“ freuten sich Keimzeitfans unter anderem über „Amsterdam“, „Bunte Scherben“ und „So“.

 Kling Klang zum krönenden Abschluss

Mit der hereinbrechenden Nacht kam die beeindruckende Bühnenbeleuchtung mehr und mehr zur Geltung. Gabriele Kienast, umgeben von dichtem Nebel inmitten der blau beleuchteten Natur, animierte mit einem imposanten Violinensolo in „Singapur“ dazu, sich komplett in die Musik hineinzuträumen. Als krönender Abschluss durfte natürlich auch „Kling Klang“, der bekannteste Keimzeit-Song, nicht fehlen, bei dem die Stimmung den absoluten Höhepunkt erreichte. Jubelnd und mit stehenden Ovationen verabschiedete das Publikum die Band aus diesem unvergesslichen Abend.

Keimzeit Akustik Quintett Pfingstberg blau