Von A bis Z gelungen: Anna Depenbusch im Schlossgarten Ribbeck

„A wie der Anfang, wo alles begann…“ Von A bis Z überzeugte die Hamburger Liedermacherin Anna Depenbusch am Sonntag im Schlossgarten Ribbeck. Im Rahmen ihrer Tournee zum neuen Album „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ besuchte die preisgekrönte Künstlerin das Birnendorf Ribbeck im Havelland. Gemeinsam mit ihrer Band präsentierte Anna Depenbusch vor der imposanten Kulisse des Schlosses neben den neuen Songs auch beliebte Klassiker ihres Repertoires.

Beeindruckender Start mit „Madame Clicquot“

Gekleidet im sommerlich französischen Retrostil nahm Anna Depenbusch das Publikum mit auf eine Reise in die vielfältige Musikwelt der Ausnahmekünstlerin. Passend zum Erscheinungsbild wurde der Nachmittag mit einem Chanson über die glücksspielende Französin, „Madame Clicquot“ eingeleitet. Mit der Dame im Casino, die sich laut Text, ausgerüstet mit einer „Flasche Champagner und Zehntausend in bar“, leicht dubios am Rande der Legalität bewegt, erinnert der Song an einen James-Bond-Soundtrack und verschaffte der Künstlerin einen großen Auftritt zum Start in die Show.

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Anna Depenbusch – Meisterin der leisen Töne

Gerade die leisen Töne sind es jedoch, die besonders ans Herz gehen und ein Anna Depenbusch-Konzert unvergesslich machen. Die „Schönste Melodie“ im Dreivierteltakt kommt gefühlvoll und gleichzeitig beschwingt daher, während Anna Depenbusch das Publikum in „Liebe kaputt“ und „Kommando Untergang“ an Geschichten von Trennung und Schmerz teilhaben lässt. Auch in „Du und die Nacht“ erzählt sie intensiv und bewegend von der Liebe und den Qualen, die mit ihr verbunden sein können.

Neben den zerbrechlichen Balladen und ihrem Auftritt als großartige Chansonnière, wie auch mit dem funkelnden Song „Frauen wie Sterne“, standen bei dem Open-Air-Konzert im Schlossgarten Ribbeck natürlich genauso die luftig leichten Sommertöne auf dem Programm. So erzeugte Anna Depenbusch mit dem Titelsong des Albums „Sommer aus Papier“ und dem mit Country-Elementen gesprenkelten „Hey Cowboy“ eine fröhlich leichte Atmosphäre. Während in der Regel eher die Damen im Publikum textsicher in die Lieder miteinstimmen, schaffte es Anna Depenbusch mit ihrer charmanten Art jedoch auch das männliche Publikum, die „wahren Cowboys“, allesamt zum Aufstehen und Mitsingen zu bewegen.

Panorama

Ein Feuerwerk an Einfallsreichtum

Anna Depenbusch legt sich keinesfalls fest und präsentiert von Song zu Song eine große Bandbreite an verschiedenen Stilelementen. Diese Vielfalt kommt auch durch die Unterstützung der Multiinstrumentalistin Anne de Wolff zum Ausdruck, welche von der Geige bis hin zum Bandoneon immer wieder neue musikalische Farben erzeugte und für Lebendigkeit sorgte. Bunt und witzig ist es in „Tim liebt Tina“, stürmisch und maritim in „Alles über Bord“ und mit dem Titelsong des neuen Albums „Alphabet“ erzählt Anna Depenbusch in einem kleinen Meisterwerk von „A wie der Anfang, wo alles begann“ über „L wie Lust, Liebe, Leidenschaft“ und „Q wie Quälende Eifersucht“ bis hin zu „Z wie Zukunft, die wir zusammen teilen“ von den aufwühlenden Gefühlen einer frischen Liebe.

Alles in allem präsentierte Anna Depenbusch auf der Bühne ein wahres Feuerwerk an Einfallsreichtum und Kreativität. Die Songs stammen allesamt aus der Feder der Künstlerin selbst, was vielleicht auch ein Grund dafür ist, dass der Funke zum Publikum voll und ganz übergesprungen ist. Stehende Ovationen würdigten den gelungenen Nachmittag. Mit dem ausgelassenen „Glücklich in Berlin“ verabschiedete sich Anna Depenbusch vom begeisterten Publikum.

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