Eine berauschende Open-Air-Saison im Havelland

Bezaubernde Arien, feinste Klassik, tradioneller Jazz, moderner Swing, Schauspiel, Kindertheater und Posaunenmusik aus fünf Jahrhunderten Musikgeschichte – all das erlebten wir diesen Sommer in den schönsten Gärten und Parks im Reisegebiet Havelland.

Und welch ein Glück wir mit dem Wetter hatten! Vom ersten Ton an – den „Papa Binne“ von der Dixieland-Combo „Papa Binne’s Jazz Band“ in die Trompete blies – bis zum allerletzten Ton aus den imposanten Posaunen des Quartetts „OPUS 4“ war uns das Wetter wohlgesonnen und ermöglichte uns die tollsten Open-Air-Erlebnisse.

Ein wunderschöner Sommer im Havelland

Am 1. Mai eröffneten wir die Sommer-Saison direkt am See beim idyllischen Hotel Bollmannsruh am Beetzsee. Die „Papa Binne’s Jazz Band“ ist eine der ältesten deutschen Jazzbands und zählte in der DDR zu den wichtigsten Vertretern der DDR-Jazzszene. Vor der traumhaften Kulisse begeisterten sie das Publikum mit traditionellem Jazz, Dixieland, Blues und Swing. Ihr Auftritt war an Authentizität und Charme nicht zu übertreffen. Die Sonne brachte zum ersten Mal ihre volle Kraft zum Einstaz und wir feierten den Beginn unserer Open-Air-Reihe im Havelland bei schönstem Maiwetter.

Mit Jazz ging es auch gleich weiter – nur etwas moderner. „Matthias Wacker & Friends“ gastierten am 4. Juni mit einer großen Jazz Big Band im Schlossgarten Ribbeck. Der Sommer zeigte sich weitehrhin von seiner schönsten Seite und ermöglichte magische Momente mit Klassikern wie „Solo Sunny“ oder „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“. Ein 8-köpfiger Saxophonsatz, eine bezaubernde Sängerin sowie Sohnemann Paul Wacker an der Trompete unterstützten den grandiosen Potsdamer Saxophonisten.

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Echte Brandenburger lassen sich nicht beirren

Das erste Mal ein wenig brenzlig wurde es Mitte Juni. Unerwartete Kapriolen beherrschten das Wetter und ließen uns um unser lang ersehntes Gartenfest bangen. Am 25. Juni war es so weit. Alle Vorbereitungen waren abgeschlossen – das Schloss Kleßen gebucht, hochklassige Künstler eingeladen, der Kuchen gebacken, die Getränke kalt gestellt, die Gäste schon auf dem Weg – doch dann der Open-Air-Albtraum: eine große Unwetterwarnung. Obwohl es eine Regenvariante für das gesamte Fest gab, sorgten wir uns natürlich um die anreisenden Besucher, die bei Blitz und Donner nicht unbedingt in den Alleen auf dem Lande unterwegs sein sollten.

Doch zum Glück kennen sich die alteingesessenen Brandenburger genauestens mit dem Wetter aus. Sie beruhigten uns: Das Unwetter ziehe vorbei und dem Fest stehe nichts im Wege. Und tatsächlich kam es ganz anders als befürchtet: Der Himmel riss auf, keine Spur mehr von dem bedrohlichen Donnern und das Fest im Havelland konnte starten. Bei herrlichem Sonnenschein begrüßte das Holzblastrio „EOSander“ die Gäste. Wunderschöne italienische Arien erklangen im Gartensaal und die beeindruckende Stimme der italienischen Sängerin Mariangela Cafaro erfüllte auch den Schlossgarten mit schönsten Klängen. Vor der alten Scheune gab das Duo Sonoro feinste Jazzklänge zum besten. Schauspieler präsentierten ihr heiteres Programm im Garten und eine Puppenfee begeisterte die Kleinen im Spielzeugmuseum. Genau so hatten wir es uns vorgestellt.

Pünktlich zum Beginn der Heidelbeerzeit befanden wir uns am 16. Juli auf dem Domstiftsgut Mötzow. Das Quartett „Saitensturm“ gab hier ein erstklassiges Konzert im grünen Gutspark. Unglücklicherweise erkrankten zwei der geplanten sechs Musiker kurz vor dem Konzert. Der Qualität des Programms war damit jedoch kein Abbruch getan. Natürlich hatten wir uns über eine Besetzungserweiterung durch Singstimme und Percussion gefreut, aber das Saitensturm-Quartett befand sich somit nun in seiner gewohnten Vier-Mann-Besetzung, präsentierte höchst professionell ein hochwertiges Programm und bereitete dem Publikum einen zauberhaften Konzertnachmittag. Auch die leckeren Beerenspazialitäten, wie Erdbeerwein oder Heidelbeerkuchen und der strahlende Sonnenschein sorgten für das Wohlfühlambiente schlechthin.

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Der krönende Abschluss

Am 20. August ging es dann in die Endrunde. Auf dem Märkischen Hof Päwesin feierten wir mit dem Posaunenquartett „OPUS 4“ den krönenden Abschluss unserer strahlenden Open-Air-Saison 2016. Der Festspielinitiator und Pianist Frank Wasser lud zu diesem Höhepunkt auf seinen traditionellen Vierseithof ein. Das Quartett mit Posaunisten des Gewandhausorchesters zu Leipzig hielt ein Programm mit Musik aus fünf Jahrhunderten bereit – barocke Posaunen kamen zum Einsatz, während es später dann jazzig und modern wurde. Bereits eine Stunde vor dem Konzert wurden die Gäste mit den köstlichsten Kuchen und Torten verwöhnt und zum Abend hin gab es dann das traditionelle Schwein am Spieß. Der grandiose Pianist Georg Wasser unterhielt das Publikum vorher und in der Pause mit heiteren Stücken am Klavier, wodurch eine ganz besondere, lockere Sommerathmosphäre herrschte. Ein rundum gelungener Nachmittag! Und auch das Wetter hatte Erbarmen. Es ist kaum zu glauben, aber genau beim letzten Ton des „Säbeltanzes“ fiel der erste Tropfen Regen. Als hätte das Unwetter es kaum noch abwarten können. Doch es war gnädig und hielt sich genau bis zum Ende der zweiten Zugabe zurück, sodass wir unsere Open-Air-Saison durch und durch erfolgreich zum Abschluss bringen konnten. Was für ein herrlicher Sommer!


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